Der klassische, auf die einzelne Arztpraxis fokussierte Vertrieb stößt in weiten Teilen des Gesundheitsmarktes an seine Grenzen. Die Nachfrage nach medizinischen und pharmazeutischen Innovationen einerseits und die Reglementierungen durch gesundheitspolitische Rahmenbedingungen andererseits haben massive Auswirkungen auf die pharmazeutische Industrie, wie es in der Fachliteratur zum Thema heißt. Neue Zielgruppen wie Krankenkassen, Kooperationsnetze von Ärzten und Kliniken sowie das veränderte Selbstverständnis der Patientinnen und Patienten verändern den Gesundheitsmarkt grundlegend. Für den Weg vom reinen Arzneimittellieferanten zum Systempartner und Dienstleister in der Gesundheitsversorgung braucht die pharmazeutische Industrie neue Strategien Key Account Management gilt dabei als zentrale Antwort auf diese strukturelle Veränderung.
Im Gesundheitswesen sind Accounts häufig keine Einzelpersonen, sondern komplexe, interdisziplinäre Entscheidungsstrukturen: Einkaufsabteilungen und Einkaufsgemeinschaften, Klinikkonzerne, medizinische Versorgungszentren oder Ärztegruppen fungieren als sogenannte Buying Center, in denen mehrere Personen mit unterschiedlichen Interessen an einer Beschaffungsentscheidung beteiligt sind. Diese Struktur unterscheidet Key Account Management grundlegend vom klassischen Außendienst: Ein Key Account Manager betreut in der Regel nur wenige, dafür strategisch besonders bedeutsame Kunden, wer von 30 oder mehr Accounts spricht, praktiziert in Wahrheit kein echtes Key Account Management, weil sich eine solche Fokussierung auf wenige Kunden mit dieser Zahl kaum vereinbaren lässt. Für Krankenkassen, kassenärztliche Vereinigungen und den Gemeinsamen Bundesausschuss unterhalten Pharmaunternehmen meist eigene Spezialistenfunktionen im Bereich Market Access, die eng, aber getrennt vom klassischen Key Account Management arbeiten.
Die Konsolidierung der Nachfragestrukturen im deutschen Gesundheitssystem ein komplexes Regulierungsgefüge, wie es in der Fachliteratur beschrieben wird, lässt die Fokussierung auf zentrale Schlüsselkunden für Arzneimittelhersteller zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnen. Diese Veränderung im absatzwirtschaftlichen Geschäftsmodell verändert auch grundlegend, welche Informationen und welche Koordination benötigt werden. Klassische Vertriebskennzahlen, die auf Besuchsfrequenz und Einzelkontakte ausgelegt sind, greifen bei komplexen Buying-Center-Strukturen zu kurz. Notwendig sind praxistaugliche Instrumente, die Entscheidungsprozesse innerhalb dieser vielschichtigen Kundenstrukturen abbilden und die Interdependenzen zwischen den beteiligten Entscheidungsträgerinnen und -trägern sichtbar machen, ein Bereich, in dem sich die pharmazeutische Industrie in den vergangenen Jahren spürbar weiterentwickelt hat.
Key Account Management verlangt eine klare organisatorische Verankerung, die in vielen Unternehmen erst etabliert werden muss. Ein Key-Account-Manager berichtet typischerweise an die Vertriebsleitung oder eine eigens dafür geschaffene Führungsfunktion, gerade dieses Verhältnis ist konfliktanfällig, wenn Rollen und Erwartungen nicht klar geklärt sind. Hinzu kommt die inhaltliche Breite der Aufgabe: Key-Account-Manager erstellen Angebote, führen Vertragsverhandlungen, begleiten Kunden über die gesamte Zusammenarbeit hinweg und organisieren Informations- sowie Fortbildungsveranstaltungen für die betreuten Einrichtungen. Diese Vielschichtigkeit erfordert eine enge Abstimmung mit medizinischen Fachberatungen und dem Marketing Key Account Management funktioniert nicht als isolierte Vertriebsfunktion, sondern nur als koordinierte Zusammenarbeit mehrerer Unternehmensbereiche.
Ein Pharmaunternehmen beliefert einen großen Klinikverbund bislang über mehrere unabhängig agierende Außendienstmitarbeitende, die jeweils einzelne Abteilungen und Ärztinnen und Ärzte innerhalb des Verbunds betreuen ohne übergreifende Abstimmung. Als der Verbund seine Einkaufsentscheidungen zunehmend zentralisiert und über eine gemeinsame Einkaufsgemeinschaft koordiniert, laufen widersprüchliche Botschaften und uneinheitliche Konditionen der einzelnen Außendienstkontakte zusammen mit spürbarem Vertrauensverlust auf Kundenseite. Das Unternehmen reagiert mit der Einrichtung einer dedizierten Key-Account-Funktion: Eine zentrale Ansprechperson koordiniert fortan sämtliche Kontakte zum Verbund, stimmt sich eng mit medizinischen Fachberatungen ab und verhandelt Rahmenvereinbarungen auf Verbundebene, während einzelne fachliche Gespräche mit Abteilungen weiterhin dezentral stattfinden, aber in die zentrale Kontostrategie eingebunden sind. Die Klinikleitung honoriert diese Konsistenz mit einer deutlich verbesserten Zusammenarbeit.
Wie sich die für komplexe Kundenstrukturen nötige Verhandlungs- und Kommunikationskompetenz gezielt aufbauen lässt, vertieft praxisorientiertes Training für Vertriebsteams.
Link: https://proveco.de/trainings/pharma-vertriebstraining-fuer-den-aussendienst/
Key Account Management ist im Pharma-Vertrieb die strukturelle Antwort auf einen Gesundheitsmarkt, in dem sich Nachfragemacht zunehmend in komplexen Buying Centern bündelt Klinikverbünden, Einkaufsgemeinschaften und medizinischen Versorgungszentren. Wer diese Strukturen versteht, wenige Accounts konsequent fokussiert und Controlling-Instrumente entwickelt, die tatsächliche Entscheidungsprozesse abbilden, verwandelt komplexe Nachfragemacht in belastbare, langfristige Kundenbeziehungen statt an ihr zu scheitern.
Ein Key Account ist meist ein komplexes Buying Center mit mehreren Entscheidungsträgern – etwa ein Klinikverbund oder eine Einkaufsgemeinschaft, das strategisch besonders bedeutsam ist und deshalb fokussiert statt in der Breite betreut wird.
Deutlich weniger als im klassischen Außendienst die genaue Zahl variiert, doch echtes Key Account Management setzt eine bewusste Fokussierung auf wenige, strategisch bedeutsame Accounts voraus.
Market Access betreut spezifisch Krankenkassen, kassenärztliche Vereinigungen und den Gemeinsamen Bundesausschuss. Key Account Management fokussiert auf strategisch wichtige Kunden wie Klinikverbünde oder Einkaufsgemeinschaften – beide Funktionen arbeiten eng, aber getrennt.
Weil sie auf Einzelkontakte und Besuchsfrequenz ausgelegt sind, während Key Accounts komplexe Entscheidungsstrukturen mit mehreren beteiligten Personen sind, deren Interdependenzen eigene Controlling-Instrumente erfordern.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Für die praktische Umsetzung empfehlen wir eine auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Begleitung.